Spielerinnen der BayerVolleys Leverkusen jubeln nach dem 3:1-Auswärtssieg im Rheinland-Derby bei DSHS SnowTrex Köln; im Vordergrund feiert ein Mitglied des Leverkusener Teams mit erhobenen Armen, im Hintergrund stehen die Zuschauer auf den Rängen.
Die BayerVolleys gewinnen das Derby und entführen drei Punkte aus Halle 22 (Foto: Florian Zons)

Power-Volleyball trägt die BayerVolleys zum Derby-Sieg in Köln

Die BayerVolleys Leverkusen haben das Rheinland-Derby bei DSHS SnowTrex Köln mit 3:1 gewonnen.


Nach einem umkämpften ersten Satz setzte sich das Team von Cheftrainer Tigin Yağlıoğlu vor ausverkaufter Halle 22 mit 22:25, 25:11, 25:16 und 27:25 durch. Besonders wertvoll aus Leverkusener Sicht: Auf zwei dominante Durchgänge folgte im vierten Satz die Ruhe, auch eine enge Schlussphase für sich zu entscheiden.

Der Auswärtssieg in Köln bringt drei wichtige Punkte und ist zugleich ein weiterer Schritt für die neu formierte Leverkusener Mannschaft. Die BayerVolleys standen in einer besonderen Derby-Atmosphäre nicht nur spielerisch, sondern auch mental vor einer Aufgabe. Nach dem verlorenen Auftaktsatz fand das Team seine klare Linie, übernahm in den folgenden beiden Durchgängen die Kontrolle und hielt im Finale des Spiels dem erneuten Kölner Druck stand.

Für Leverkusen war es der fünfte Derby-Sieg in Folge. In der direkten Bilanz der vergangenen zehneinhalb Spielzeiten liegen die BayerVolleys nun mit 11:10 vorn.

Köln setzt den ersten Akzent – Leverkusen bleibt bei sich

Der Derby-Nachmittag begann mit einem Warnsignal. Die BayerVolleys kamen zunächst gut in die Partie, ließen den ersten Satz dann aber in der entscheidenden Phase aus der Hand. Köln nutzte den Heimvorteil, spielte den Durchgang konzentriert zu Ende und gewann mit 25:22.

Dass der erste Satz an die Gastgeberinnen ging, änderte jedoch nichts an der Leverkusener Haltung. Statt sich von der vollen Halle oder dem Satzverlust aus dem Konzept bringen zu lassen, blieb die Mannschaft bei ihrem Spielplan. Cheftrainer Tigin Yağlıoğlu zeigte sich nach der Partie entsprechend zufrieden: „Wir sind sehr froh über diesen Sieg.“

Die BayerVolleys hatten auch im ersten Satz viele Dinge gut umgesetzt. Entscheidend war nun, diese Qualität konsequenter über längere Phasen auf das Feld zu bringen. Genau das gelang anschließend beeindruckend.

BayerVolleys übernehmen mit mutigem Spiel die Kontrolle

In den Sätzen zwei und drei fand Leverkusen zu dem Spiel, das die Mannschaft auszeichnet: mutig, druckvoll und gleichzeitig verlässlich im Spielaufbau. Die BayerVolleys suchten konsequent den Weg nach vorne, gingen bewusst ins Risiko und behielten dennoch die nötige Ruhe, wenn der Ball nach gegnerischem Aufschlag kontrolliert verarbeitet werden musste.

Der Erfolg war deutlich sichtbar. Mit 25:11 und 25:16 dominierten die Gäste zwei Durchgänge, ohne dass die Intensität des Spiels darüber hinwegtäuschen durfte, wie fordernd das Derby war. Köln versuchte mit Veränderungen in Aufstellung und Spielweise, neue Lösungen zu finden. Leverkusen musste darauf reagieren, blieb aber stabil genug, um die eigene Führung weiter auszubauen.

Diese Kombination aus Mut und Kontrolle war der Schlüssel. Der von Yağlıoğlu gewünschte „Power-Volleyball“ verschaffte seinem Team die nötige Durchschlagskraft. Gleichzeitig sorgte eine solide Annahme dafür, dass die Angriffe variabel vorbereitet und mit Druck abgeschlossen werden konnten.

Köln zeigt Charakter – Leverkusen schließt den Krimi

Wer nach den deutlichen Sätzen zwei und drei mit einem ruhigen Ende gerechnet hatte, lag falsch. DSHS SnowTrex Köln zeigte im vierten Durchgang den Charakter, den ein Derby verlangt. Die Gastgeberinnen kämpften sich zurück, hielten den Satz lange offen und stellten Leverkusen in einer intensiven Schlussphase noch einmal vor eine echte Prüfung.

Die BayerVolleys brauchten nun Geduld, Konzentration und die Bereitschaft, auf die Kölner Anpassungen schnell zu reagieren. Das kostete Kraft. Das druckvolle Leverkusener Spiel hatte in den beiden vorangegangenen Sätzen viel Energie gefordert; im vierten Satz galt es deshalb, auch in den langen Ballwechseln handlungsfähig zu bleiben.

Genau das gelang. Bei 27:25 verwandelten die BayerVolleys den letzten Schwung in den entscheidenden Punkt und verhinderten den fünften Satz. Der knappe Satzgewinn war mehr als nur der Abschluss eines 3:1-Erfolgs: Er zeigte, dass die Mannschaft inzwischen auch dann bei sich bleiben kann, wenn die Entscheidung auf Messers Schneide steht.

Ein Entwicklungsschritt in der entscheidenden Phase

Der Derby-Sieg passt in den bisherigen Saisonverlauf der BayerVolleys. Zum Ligaauftakt gegen den VfL Oythe hatte das Team bereits erfahren, wie schnell ein Spiel im fünften Satz kippen kann. In Köln gelang es nun, einen engen Durchgang vorzeitig zu schließen und die Partie mit drei Punkten zu beenden.

Diese Reife ist für die weitere Entwicklung besonders wertvoll. Zwei klare Satzgewinne sagen viel über die Leistungsfähigkeit der BayerVolleys aus – sie erzählen aber nicht die ganze Geschichte dieses Spiels. Köln forderte Leverkusen sowohl körperlich als auch taktisch. Umso höher ist ein Auswärtssieg einzuordnen, bei dem die Mannschaft nach einem Satzrückstand zurückkommt, auf Veränderungen reagiert und den letzten engen Satz für sich entscheidet.

Marian Mischo wurde als beste Leverkusener Spielerin ausgezeichnet und stand damit stellvertretend für eine geschlossene Teamleistung. Die drei Punkte gehören allen Spielerinnen, die in einer lautstarken Auswärtshalle mutig geblieben sind und die eigene Spielidee konsequent verfolgt haben.

Der Blick geht weiter: WVV-Pokal und Liga-Aufgabe gegen Planegg-Krailling

Nach dem Erfolg in Köln steht zunächst Regeneration auf dem Programm. Anschließend richtet sich der Fokus auf ein anspruchsvolles Pokalwochenende: Im Halbfinale des WVV-Pokals treffen die BayerVolleys am Freitag, 9. Oktober, um 20:00 Uhr auswärts auf den SV Wachtberg. Mit einem Erfolg wäre zwei Tage später das Finale erreicht; dort wartet am Sonntag, 11. Oktober, um 14:00 Uhr im Phoenix-Gymnasium der bereits qualifizierte TuS Herten.

Danach geht es in der Sparda 2. Liga Pro weiter. Am Sonntag, 18. Oktober, um 16:00 Uhr empfangen die BayerVolleys den TV Planegg-Krailling in der Ostermann-Arena. Die Aufgaben folgen schnell aufeinander. Umso wichtiger wird es sein, die Energie klug einzuteilen, die Erholung ernst zu nehmen und zugleich die Lehren aus dem Derby mitzunehmen: mutig bleiben, den Spielaufbau stabil halten und auf Veränderungen des Gegners früh reagieren.

Der Sieg in Köln ist damit ein starker Zwischenstand, nicht mehr. Die BayerVolleys haben im Derby gezeigt, welche Qualität in ihrer Spielidee steckt. Die nächste Aufgabe lautet, diese Qualität an den kommenden Spieltagen erneut zuverlässig auf das Feld zu bringen.

Der Gegner im Netz

Webseite: www.dshs-snowtrex-koeln.de (Anmeldung zum Newsletter)

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